Besser gehen nach einem Schlaganfall: Warum Radfahren der Schlüssel ist
Generelle Tipps

Besser gehen nach einem Schlaganfall: Warum Radfahren der Schlüssel ist

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16.7.26

Auf dem Sprung zurück ins Leben: Wie Radfahren die Gehfähigkeit nach einem Schlaganfall revolutioniert

Ein Schlaganfall stellt das Leben von Betroffenen von einer Sekunde auf die andere auf den Kopf. Das oberste Ziel der Rehabilitation ist meist dasselbe: die eigene Mobilität und Unabhängigkeit zurückzugewinnen, um wieder sicher auf den eigenen Beinen zu stehen. Doch was, wenn das klassische Gehtraining in der Frühphase noch zu anstrengend oder aufgrund von Gleichgewichtsproblemen und Lähmungen schlicht zu unsicher ist?

Eine aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeit bringt eine vielversprechende Antwort auf den Plan: Stationäres Radfahren. Was auf den ersten Blick wie ein reines Ausdauertraining wirkt, entpuppen sich in der Neurorehabilitation als echter Turbo für die Gehgeschwindigkeit und Ausdauer von Schlaganfallpatienten.

1. Warum Radfahren, wenn man Gehen lernen möchte?

2. Die Studienergebnisse: Schneller und weiter zu Fuß

3. Das Erfolgsrezept: Auf die Dosis kommt es an

4. Praktische Tipps für ein erfolgreiches Eigentraining

5. Die Lösung für Zuhause: Das THERA-Trainer mobi Trainingsgerät

1. Warum Radfahren, wenn man Gehen lernen möchte?

Eigentlich gilt in der modernen Neurorehabilitation der Grundsatz der „Aufgabenspezifität“: Wer Gehen lernen will, muss Gehen üben. Stationäres zyklisches Bewegungstraining – also das Trainieren auf einem speziellen Reha-Fahrrad oder Bewegungstrainer – wird primär eingesetzt, um die kardiovaskuläre Gesundheit (Herz-Kreislauf-System) in Schwung zu bringen.

Doch das aktuelle Literatur-Review von Medeeha Khan und ihrem Team vom Department of Physical Medicine and Rehabilitation der renommierten Cleveland Clinic (USA) zeigt Erstaunliches: Radfahren verbessert messbar die Gangparameter, selbst wenn in den untersuchten Protokollen überhaupt kein spezifisches Gehtraining stattfand.

Die Wissenschaft hinter dem Pedaltreten

Wie kann eine geführte Bewegung im Sitzen das freie Gehen im Stehen verbessern? Die Antwort liegt in der faszinierenden Anpassungsfähigkeit unseres Nervensystems und unserer Muskulatur:

  • Aktivierung des Rückenmarks: Das zyklische (wiederkehrende) Treten führt zur Aktivierung sogenannter Central Pattern Generators (CPG) auf Rückenmarksebene. Das sind neuronale Netzwerke, die auch für den automatischen, rhythmischen Ablauf beim menschlichen Gehen zuständig sind.
  • Muskel- und Nerven-Gegenspiel: Durch das wiederholte, strukturierte Treten werden genau die Muskelgruppen aktiviert und neuromuskulären Verbindungen gestärkt, die für die Stand- und Schwungphase beim Gehen unerlässlich sind.
THERA-Trainer mobi

2. Die Studienergebnisse: Schneller und weiter zu Fuß

Die Forscher durchsuchten systematisch medizinische Datenbanken und konnten insgesamt 11 Artikel in ihre Analysen einbeziehen. Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache:

  • Mehr Ausdauer: Gemessen mit dem wichtigen "6-Minuten-Gehtest" verbesserte sich die Gehstrecke der Patienten nach den Trainingsinterventionen um 6,1 bis zu 63,0 Meter.
  • Höhere Geschwindigkeit: Die Gehgeschwindigkeit steigerte sich im Schnitt um 0,01 bis 0,21 Meter pro Sekunde. Was im ersten Moment nach wenig klingt, entscheidet im Alltag oft darüber, ob man es noch rechtzeitig über eine grüne Fußgängerampel schafft oder Bordsteinkanten sicher überwindet.
  • Sicherheit: In keiner einzigen Studie kam es zu einer Verschlechterung. Das Training erweist sich als extrem sicher, schmerzfrei und in jeder Phase praktikabel.

3. Das Erfolgsrezept: Auf die Dosis kommt es an

Die Analyse der Cleveland Clinic deckte auf, dass der größte Erfolg von zwei Faktoren abhängt: Intensität und Häufigkeit. Die besten Effekte zeigten sich bei Protokollen mit:

  1. Moderater bis hoher Intensität: Ein moderates bis intensives aerobes Training fordert den Körper und regt die Plastizität des Gehirns (die Fähigkeit, sich neu zu strukturieren) optimal an.
  2. Mindestens 24 Trainingseinheiten: Kontinuität zahlt sich aus. Es zeigte sich eine signifikante positive Korrelation zwischen der Verbesserung der Gehgeschwindigkeit und der Anzahl der absolvierten Einheiten sowie den gesamten Trainingsminuten.

4. Praktische Tipps für ein erfolgreiches Eigentraining

Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse optimal in den Alltag zu integrieren, sollten Betroffene und Angehörige folgende Tipps herziehen:

  • Frühzeitig starten: Nutzen Sie das zyklische Training besonders in der Frühphase der Rehabilitation. Wenn freies Stehen oder Gehen noch zu riskant ist, bietet das Radeln im Sitzen eine sichere Methode, um das Herz-Kreislauf-System zu fordern und Muskelabbau zu verhindern.
  • Die richtige Dosis wählen: Setzen Sie sich das Ziel, mindestens 3- bis 4-mal pro Woche zu trainieren, um die magische Grenze von 24 Einheiten zügig zu erreichen.
  • Fortschritte dokumentieren: Halten Sie Trainingszeit, Intensität und das eigene Wohlbefinden in einem kleinen Tagebuch fest. Sichtbare Fortschritte steigern die Motivation enorm.
  • Kein Ersatz, sondern Ergänzung: Nutzen Sie das Radfahren, um die "Therapiedosis" im Alltag eigenständig zu erhöhen. Es sollte ein aufgabenspezifisches Gangtraining mit dem Therapeuten nicht ersetzen, sondern als starker Katalysator danebenstehen.

5. Die Lösung für Zuhause: Das THERA-Trainer mobi Trainingsgerät

Wer die Reha effektiv in den eigenen vier Wänden fortsetzen möchte, benötigt ein Gerät, das flexibel, sicher und professionell ist. Hier setzt der THERA-Trainer mobi an – ein kompakter, motorunterstützter Bewegungstrainer, der speziell für den flexiblen Einsatz zu Hause sowie in Kliniken entwickelt wurde.

THERA-Trainer mobi

Das smarte Gerät passt sich dank seiner drei Trainingsmodi perfekt an den individuellen Fortschritt nach einem Schlaganfall an:

  1. Passives Training: Bei starken Lähmungen übernimmt der Motor die Bewegung komplett. Muskeln und Gelenke werden sanft und schonend mobilisiert, was die Beweglichkeit verbessert und Spastiken lindern kann.
  2. Assistives Training (Motorunterstützt): Haben Sie bereits erste Restmuskelkräfte? Sensoren im Gerät erkennen Ihre Eigenaktivität und der Motor hilft genau im richtigen Maße mit, damit eine flüssige Bewegung entsteht. Das ist ideal, um die neurologische Ansteuerung wieder zu erlernen.
  3. Aktives Training: Sobald die Kraft zurückkehrt, können Sie gegen variable Bremswiderstände antreten. So trainieren Sie gezielt Kraft und Ausdauer für Ihr späteres Gehtraining.

Ein Gerät für den ganzen Körper: Ein großer Pluspunkt des mobi ist seine Vielseitigkeit. Dank eines simplen, werkzeuglosen Verriegelungssystems lassen sich Fußstützen und Griffe in Sekundenschnelle austauschen. So wird aus dem Beintrainer im Handumdrehen ein Oberkörpertrainer, um auch die Arm- und Rumpfmuskulatur effektiv zu stärken.

Fazit

Die aktuelle wissenschaftliche Evidenz zeigt deutlich: Jeder Tritt in die Pedale zahlt direkt auf das Konto der eigenen Gehfähigkeit ein. Mit kompakten Therapiegeräten wie dem THERA-Trainer mobi lässt sich dieses hocheffektive Training ohne großen Aufwand und absolut sicher in den Alltag integrieren. Es ist ein evidenzbasierter Weg zurück zu mehr Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität.

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Quellenhinweis: Khan M, Maag LM, Harnegie MP, Linder SM. The effects of cycling on walking outcomes in adults with stroke: a systematic review. Top Stroke Rehabil. 2024.

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